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Booking - boomshop.net

Booking


Hallo zusammen....

Wie schon angekündigt, möchte ich Euch heute endlich mal diesem Forum hier entsprechend ein paar Dinge zur Booking-Arbeit näher bringen.


Als erstes stellt sich natürlich die Frage, wo Ihr nun Euer genial ausgearbeitetes Präsentationsmaterial hinschicken sollt um Euch für einen Gig zu bewerben.

Nun, solltet Ihr noch am Anfang Eurer großartigen Karriere stehen, sprich Euren ersten Gig organisieren, empfiehlt es sich, die in der Region einschlägig bekannten Lokalitäten zu kontaktieren. Welche da für Euch in Frage kommen wisst Ihr sicher selbst am Besten.

Wenn nicht, ist es ganz schlau, sich bei anderen Mucker mit Live-Erfahrung nach einem geeignetem Venue in Eurer Gegend zu erkundigen. Die können Euch auch dann gleich noch wichtige Insider-Tips zu dem Veranstaltungsort geben: Miese PA, zu kleiner oder gar kein Backstagebereich, belegte Brote als Catering, muffelige Ordner, Techniker, Mixer etc., nur Standlicht, keine Hands, bei der Gage abgezockt worden, schlechte Promo usw. usw.

Daß ich eben nur negatives angesprochen habe, soll Euch zeigen dass bei einer schlechten Vorbereitung ne Menge in die Hose gehen kann. Ein Konzert erfolgreich zu planen und durchzuführen setzt ne Menge Einsatz, Schweiß, Nerven und Durchhaltevermögen voraus.
Und damit Eure Lust nicht zu Frust, bzw. Eure Booking-Arbeit nicht zu Fucking-Arbeit wird, gehen wir jetzt langsam mal in die Vollen.


Wie gesagt, am Anfang jedes Bookings steht die Adressenbeschaffung...


Auftrittsmöglichkeiten sind z.B. Clubs, Diskos, Szenekneipen, Jugendzentren, Konzerthallen, Open-Air Veranstaltungen wie Festivals und Stadtfeste.

Die angesprochene "Live-Musiker Spionage" nach möglichen Lokalitäten ist sicher die beste, denn diese Adressen sind dann auch aktuell und geprüft. Seid selbst nicht geizig mit der Weiterempfehlung von Veranstaltungsorten, kommt Euch sicher mal zugute.

Ansonsten bekommt Ihr die Daten von Veranstaltern i.d.R. aus den einschlägigen Stadtzeitschriften, die Listen der Stadtlokations in Ihren Heften abdrucken. Dort könnt Ihr auch schon anhand der anstehenden Auftritt absehen, ob dies auch der geeignete Laden für Euch ist. Tritt dort nämlich z.B. demnächst Britney Spears oder Ricky Martin auf, so könnt Ihr getrost davon ausgehen, dass dieses Venue ne Nummer zu groß für Euch ist oder Ihr dort nicht Euer gewünschtes Publikum antreffen werdet

Auch alle anderen Zeitschriften und Zeitungen die sich mit dem Thema Musik und Konzerte beschäftigen, können gut ausgespitzelt werden. In der Bravo, Live in Concert, Rock Hard, Pop Rocky, Metal Hammer und ner Menge mehr Muckerblättern stehen nämlich die Auftrittsorte und Locations von anderen Bands. Aus den jeweiligen Stadtmagazinen könnt Ihr dann die Adresse und Telefonnummer des Veranstalters erfahren.

Ach übrigens: Um an Stadtmagazine von anderen Städten als Eurem Geburtsort heranzukommen, ruft Ihr die jeweiligen Redaktionen an und fragt höflich nach einem Probeexemplar. Das funzt in der Regel immer.


Oder aber Ihr verfahrt nach diesem besonderer Tip
(den ich allerdings selbst noch nicht ausprobiert habe und deswegen auch keine Garantien verspreche)

Es gibt sog. Anzeigenkombis die den Auftrag haben, Anzeigenschaltungen überregional in den von Ihnen verwalteten Stadtmagazinen zu veröffentlichen. Pro Gebiet (Nord-Ost-Süd-West) sind das so ca. 40 (!) Städteanzeiger, die erreicht werden.
Wenn Ihr da anruft um z.B. eine Anzeige schalten zu wollen (is nat. nur ein Vorwand, aber vielleicht wollt Ihr ja tatsächlich so die Veranstalter auf "noch freie Auftritts-Termine" bei Euch aufmerksam machen), ist es klar, dass Ihr die verschiedenen Magazine ja erst mal abchecken wollt um zu schauen, ob diese für Euer Anliegen überhaupt in Frage kommen. D.h. im Klartext, dass die Kombis Euch bitte ein aktuelles Exemplar jeder von Ihnen vertretender Stadtmagazine zusenden mögen. Damit habt Ihr dann mit total wenig Aufwand gleich mal so ca. 120 Stadtmagazine bei Euch auf dem Tisch liegen, die alle Veranstalter inne haben (!!!!). Wenn das nicht fett ist, weiß ich auch nicht.

Die Daten der vier Kombis (nat. ohne Gewähr, weil die Info schon ein paar Tage alt ist. Stand: Sommer 2000):

- Scene Programm Presse
Tempelhofer Ufer 1a
1961 Berlin
Tel.: 030-2510601

- City Combi, Media Connect GmbH
Kurt Schumacher Straße 14
30159 Hannover
Tel.: 0511-18607

- ad eins, Die Stadtillustrierten Werbe GmbH
Schlüterstraße 54
20146 Hamburg
Tel.: 040-445541

- City Medien Verlags GmbH
Wolfgangsstraße 88
60322 Frankfurt
Tel.: 069-5970805


Des weiteren könnt Ihr Euch auch an die jeweiligen Stadtverwaltungen wenden, die Euch ne Menge Veranstalter nennen können und vor allem oft auch selbst als Veranstalter (z.B. bei Stadtfesten) agieren.
Um jetzt nicht teuer für 35 Städte die Nummern der Stadtverwaltungen bei der Telefonauskunft zu erfragen, bietet sich ein Hotelführer von z.B. dem ADAC an. Da sind dann schon mal die benötigten Nummern drin, aber auch teilweise Stadtpläne und vor allem Infos zu Hotels und Jugendherbergen vor Ort mit den jeweiligen Preisen. Nützlich!!


Aber da Ihr ja anscheinend eh zuviel surft könntet Ihr bei der Gelegenheit gleich mal ein paar Suchaufträge mit den Stichworten "Veranstalter, Konzerte, Auftritt etc." einhacken, da ergibt sich sicherlich noch die eine oder andere Info.



Bevor Ihr jetzt aber alle möglichen Veranstalter kontaktiert, die Ihr aus den Magazinen oder so herausgefunden habt, solltet Ihr Euch vorher noch nach dem Venue erkundigen.

Wie gesagt, anhand der kommenden Gigs in dem Laden ist schon einmal abzuschätzen, ob Ihr dort auch Eure Zielgruppe wiederfindet. Damit meine ich, dass ne Hardcore-Combo nichts in einem Dorf-Gemeinschaftshaus zu suchen hat, wo sonst immer die Waldesdorfer-Domspatzen trällern, und ne Boy-Group lieber einen großen Bogen um einen Hells-Angels Schuppen machen sollte (Außer Ihr wollt unbedingt auch negative Erfahrungen sammeln oder seid masochistisch veranlagt )

Aber auch wenn der Club auf Eure Musikrichtung spezialisiert ist, würde ich irgendwie versuchen in Erfahrung zu bringen, ob der Laden gerade auch noch "in" ist.
Oft kommt es vor, dass eine Disko oder Club beim Publikum gerade völlig abgesagt ist, weil dort z.B. das Bier teurer geworden ist, weil der Besitzer gewechselt hat, weil der neue Security-Mann den Ladys immer einen Ganzkörpercheck unterzieht, weil man dort in letzter Zeit regelmäßig eins auf die Fresse kassiert oder weil eben einfach gerade ein Konkurenz-Club um die Ecke aufgemacht hat, der ne 24 Stunden Happy-Hour anbietet.


Vermeidet als Newcomer unbedingt die großen Medien-Metropolen wie Hamburg, Berlin, Köln oder München!! Das Publikum dort ist fett übersättigt mit Megakonzerten megaberühmter Acts.

Auch wenn Ihr glaubt, dass weil die großen Plattenfirmen in diesen Städten ansässig sind, die Talentscouts dann automatisch auf Euch aufmerksam werden müssen und nach dem Gig mit nem fetten Vertrag herumwedeln, so sei Euch gesagt: Träumt mal schön weiter . Die A&Rs (Artist&Repertoire-Manager, Talent-Scouts der Labels) sind zwar nach eigenen Angaben "... ständig auf der Suche nach neuen, unverbrauchten und innovativen Nachwuchs-Bands..." aber ohne eine Empfehlung irgendeines wichtigen Produzenten oder eines andern VIPs aus dem Biz wird er wohl kaum auf blauen Dunst zu einem Auftritt irgendeiner Schülerband erscheinen. Klar, Ausnahmen bestätigen die Regel, wenn es einem von Euch anders ergangen sein sollte, dann Asche auf mein Haupt und ich kratze das Posting hier sofort vom Server....

Solltet Ihr aber sowiso gerade dabei sein Euch bei den Mayors für einen dicken Deal zu bewerben, so ist es gar nicht dämlich, seine Gigs doch in der Nähe besagter Städte zu platzieren, dann kann man die A&Rs nämlich direkt zu dem Gig einladen und da kann es tatsächlich vorkommen, dass die dann tatsächlich auch erscheinen. Natürlich aber nur wenn sie Eure Präsi überzeugt hat.

Aber ich komme vom Thema ab....
Ein weiters Kriterium bein Check einer geeigneten Location, ist die Art und Weise mit der der Besitzer Veranstaltungen durchführt.
Macht er nur ab und an mal ein Live-Programm, oder ist er als Gig-Checker verschrien? Beispiel: hat der Schuppen z.B. grundsätzlich immer Dienstag Abends eine Combo auf der Bühne, so könnt Ihr sicher sein, dass dann in jedem Fall schon mal die experimentellen Konzertbesucher vorbeischauen, denen es nämlich erst mal nur um die Live Musik geht und nicht um die Musikrichtung.

Oder fährt der Veranstalter Live-Konzerte bei gleichzeitiger Diskoöffnung (ein Raum Disse, der andere Gig) ? Das hat nämlich einen ganz entscheidenden Vorteil: Die Leute, die eigentlich nur ein paar Chart-Songs abhotten wollten, lassen sich dann eventuell noch zur Abkühlung bei Eurem Auftritt blicken. Damit ist schon mal (vorausgesetzt Ihr seid wirklich so gut, wie Ihr glaubt ) ne gute Mundpropaganda gesichert, und die selben Leute werden vielleicht inspiriert, Euren nächsten Auftritt in der Region zu besuchen und bringen dann noch Ihre Freunde mit ("...haben die vielleicht auf die Kacke gehauen. Die müsst Ihr sehen....") Nachteil bei diesem sog. "Laufpublikum": ungeniertes hin- und hergerenne zwischen Disko und Show. Die Leute sind sehr schwer über den ganzen Gig zu halten wenn Ihr nicht die Tür abschließt oder sie mit Freibier bestecht. Aber immerhin ist es ein Grund mehr, so richtig sein Inneres nach außen zu stülpen und fett das Haus zu rocken.



Laufpublikum habt Ihr auch auf den Stadtfesten.

Viele Mucker finden diese Konzerte sehr undankbar, weil sich ständig das Publikum wechselt, mal bleiben welche da, rennen wieder weg, andere gucken nur mal eben ganz blöd von weitem ("...mache die denn da *spann*...oh guck mal, der Basser sieht aber scheiße aus...." usw. ) Aber -hey- ! Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut und gut Ding will Weile haben. Außerdem wollt Ihr ja grundehrliche Stars werden, mit allem drum und dran, und da gehört es eben auch dazu sich mal durch ein bischen Sch...e zu schaufeln. Denn wer steht schon auf geschenkten und deshalb auf schwachen Füßen stehende Erfolg von Nichtskönnern Marke Kübelböck, Brosis&Co? Deshalb...man zu.




Apropos heftige und unbefriedigte Erfahrungen sammeln...

Ihr seid voll heiß auf einem Festival-Auftritt? Kein Wunder, gibt bestimmt nix geileres als auf einer Open-Air-Bühne zu stehen, leichte Sommerbriese durchs Haar, Abenddämmerung mit Sonnenuntergang am Horizont und der Sound ist so was von fett, dass er nur noch knapp von den Lichteffekten zu toppen ist, die bei aufkommender Dunkelheit dem Ganzen einen fast romantischen Touch geben. What a feeling!!!
Da kommt dann das erstemal so richtig der wahre Grund des Muckemachens zum Vorschein. Nämlich Open-Air, Open-Air, Open-Air und sonst gaa nix .
Schon klar, wenn alles glatt läuft ist es auch tatsächlich ein unvergessliches Ereignis im Leben eines jeden Musikers, und man braucht schon eine Nymphomanin als Lebenspartner oder Groupie um all sein Adrenalin und Endorphin nach dem Gig wieder abzuackern


Tatsächlich kann das Ganze aber auch ganz anders ablaufen.

Als Headliner braucht man schon mindestens einen hohen regionalen Bekanntheitsgrad oder man kann einen Plattendeal vorweisen. Für die meisten von Euch heißt das ganz klar: Showtime ist um viertel vor bis sieben nach Drei, hektischer oder gar kein Soundcheck, kein Backstagebereich oder wenigstens Umkleidemöglichkeit, kleine bis mittelgroße Reibereien mit anderen Muckern ( "...faß bloß meinen Amp nich an, sonst hacke ich Dir die Hände ab" ...was?? Ihr habt drei Minuten länger spielen dürfen? Sauerei....wenn ich den Gierhals erwische, der mein letztes Bier ausgesoffen hat, is hier Achtärboan..."

Dazu kommt, dass es sein kann, dass die meisten Leute erst zum letzten Drittel des Festivals kommen um den Headliner zu sehen und Ihr spielt vor ner Kindergartengruppe, die am Vormittag ein Ringelhüpfen mit anschließendem Kasperletheater aufgeführt haben. Is aber nicht sooo schlimm, wann hat man mal die Gelegenheit auf ner fetten Bühne als im siffigen Ü-Raum seine Songs zu spielen

Schlimmer ist es, dass viele Festivalbesucher gar nicht wegen der Musik, sondern ehr nur des Events wegen kommen. Auf Deutsch heißt das, dass diese Leute eigentlich nur vorbeischauen, um mal wieder so richtig abzufeiern. Da kann es dann sein, dass genau diese Pipels dann zur Hälfte der Veranstaltung (nämlich genau dann, wenn Ihr auf die Bühne springt), so dermaßen knülle sind, dass sie entweder schnarchend auf der Wiese vor der Bühne liegen oder wegen verlorengegangener Hemmschwelle nur Scheiße in Richtung Bühne grölen oder werfen. Ganz zu schweigen davon, dass die von der Musik sowieso nichts mehr raffen, und das ist für Euch Künstler dann ziemlich unbefriedigend bis frustrierend.


Letzter Satz zu der Locationauswahl....

Wenn Ihr wegen meinem Rat die Großstädte zu meiden, jetzt in Hinterwalden spielen wollt, dann achtet darauf, dass man den Konzertort auch ohne Survivalausbildung und Kompaß findet, sprich die Location sollte zumindest in der Nähe eine Bushaltestelle oder einen Bahnhof haben. Sorgt für nötige Ausschilderung zu der Party, sonst verlieren die Leute schnell den Bock und der Dorfwirt macht das erste Mal in seinem Zapferleben so richtig Umsatz.




So weit erst einmal zur Adressbeschaffung und dem Locationcheck.....weiter geht es mit der Kontaktaufnahme zu den Veranstaltern.

Den wichtigsten Rat will ich Euch gleich zu Anfang mitgeben:

Vergeßt es am besten gleich, den Veranstaltern (außer Ihr kennt ihn persönlich, aber dann kann man das alles auch direkt beim Käffchen bequatschen) ungefragt Euer Demomaterial mit der Anfrage nach einem möglichen Auftritt zu schicken. Wenn Ihr nicht gaaanz viel Glück habt oder der Laden eh kurz vorm Konkurs steht, landet die Bewerbung schneller im Mülleimer als Ihr einen Bass an den Amp anstöpseln könnt (Dasselbe gilt übrigens allgemein für alle Bewerbungen, egal ob bei der Plattenfirma, Verlagen, Produzenten etc.)

Bedeutet: Für den Erstkontakt müsst Ihr den Booker der Location schon anrufen. Gut, ich weiß, dass viele von Euch nicht gerade mit den feinsten Rethorikkünsten geschlagen worden sind. (Wie man ein professionelles Geschäftsgespräch führt, werde ich an anderer stelle mal posten.) Aber da müsst Ihr jetzt durch...
Logisch, dass sich der wortgewandteste unter Euch (Hallo Frontleute? ) diesen Job unter den Nagel reißen sollte. Wenn sich das keiner zutraut, dann versucht einen Freund/in von Euch zu mobilisieren, der da ein wenig Erfahrung und Selbstbewusstsein mitbringt (Schülersprecher, Jugendvertreter im Betrieb, angehende Politiker, Jurastudenten, Flohmarktdealer oder einfach nur durchgeknallte Laberköppe )

Auch ich bin über erste Bookinganfragen für eine Band zu meiner jetzigen Berufung gekommen.



Wenn klar ist, wer sich nun die Finger wund telefoniert, hier ein paar nützliche Regeln:

Fragt in dem Laden als aller erstes, wer die Konzerttermine bookt. Hat nämlich absolut keinen Sinn, wenn Ihr Euch einen fetten Text zurechtgelegt habt und ihn dann dem Gläserabtrockner erzählt, der das Telefonat dann sowieso an wen anders weiterreicht. Spart ne Menge Zeit und Frust.

Habt Ihr nun den Booker dran, stellt Euch höflich vor und schildert Euer Anliegen. Damit meine ich jetzt nicht "Könn wa bei Euch giggen?", sondern alles schön der Reihe nach.

Zuerst einmal wer Ihr seid (Bandname bitte d e u t l i c h aussprechen), was Ihr für ne Musikrichtung drauf habt und fragt ob diese auch ins Ladenbild passt. Danach dann vielleicht die Größe des Konzertsaals und wie viele Besucher so durchschnittlich reinpassen. Kommt sicher oft vor, dass Ihr dann den Hörer getrost wieder auflegen könnt weil's einfach nicht für Euch passt.


Habt Ihr das Gespräch nicht schon beendet, so geht es jetzt an die Details.

Wieviel Bandmember, welche Musikrichtung, Länge des Programms, mögliche Liveerfahrung, ungefähre Zugkraft (aber nicht schummeln, Veranstalter kennen sich meist untereinander, ne Lüge könnte er mit nur einem Telefonat entlarven), und vor allem die Besonderheit Eurer Band. Das könnte ein abgefahrenes Bühnen-Outfit sein, dass Ihr zwei lecker, vollbusig und leichtbekleidete Ladys für den Background-Gesang dabei habt oder das der Sänger regelmäßig seinen Vollmond ins Publikum hält


Fragt dann, ob Ihr Euer Demo-Material zum Bemustern zuschicken könnt. Wenn ja, gleich klarmachen wann Ihr Euch wieder melden könnt. Bloß nicht drauf verlassen, dass der Veranstalter zurückruft, da kann man ganz schnell mal alt und grau bei werden...


Bei der Gelegenheit gleich noch (nur) eine Anmerkung zum Demo (denn alles andere könnt Ihr mit boom bequatschen, da seid Ihr eh besser beraten als bei mir Antimusiktechniker)


Wenn Ihr ein Demo mit Live-Musik in petto habt, so schickt dieses dem Veranstalter. So unlogisch es sich auch anhören mag, den Veranstalter interessiert es wohl kaum, wie gut Ihr produzieren könnt (is ja eh alles gefakt ), sondern will wissen wie Ihr Euch live anhört. Die Qualität spielt da nur eine sekundäre Rolle, wie man eine Ü-Raum-Aufnahme oder einen Live-Mitschnitt noch einigermaßen fett kriegt, erfahrt Ihr ja im Forum "Mischen" meines Partners <


Fragt auch schon mal nach der Bühne, ob PA, Licht, Monitore, Hands, FOHs im Laden vorhanden sind, ob es einen Backstagebereich zum umziehen (und abchillen ) gibt, welche Art von Catering angeboten wird. Dies sind nämlich alles Kriterien für die darauffolgende Gagenverhandlungen!!! Alles was nicht da ist, müsst Ihr nämlich selbst besorgen und mitbringen und es will ja nun keiner mit Minus aus der Nummer herausgehen, gell?



Ja und denne wird's für viele Leute kritisch (außer sie sind Profidealer oder Versicherungsvertreter ).... Nämlich wenn es um die Gage geht!

Ich kann gut verstehen, wenn einem auf einmal die Fresse wie ausgetrocknet vorkommt, das Hirn leer wie Flasch Bier nach nem "Prost", Frosch im Hals, Waschmaschine im Bauch und wasweissichsonstnochalles in einem vorgeht.
Aaaaaber, Ihr wollt ja nun mal reich und berühmt werden, und wenn Ihr Euch keinen Profi-Booker leisten könnt oder keine Freunde habt die nicht nur Mucke machen, dann müsst Ihr schon selbst ran. Ich meine, Lampenfieber kriegt Ihr ja anscheinend auch in den Griff, mit Gagenverhandlungen verhält es sich ähnlich: Birne zusammenreißen, noch mal tiiief Luft holen und dann ran anne Mudder

Wie viel Gage Ihr jetzt fordern sollt, werde ich jetzt nicht empfehlen, das Thema ist komplexer als man glaubt, da viele Faktoren zu berücksichtigen sind (einen kleinen Teil davon habe ich ja eben schon mal angerissen). Werde ich aber sicher demnächst noch mal hier auf dem Board darauf eingehen.

Vorweg nur erst mal soviel:

Macht Euch nach einer ausgiebiegen Ü-Raum-Session beim gemütlichen Bierchen schon mal einen Kopf, was Ihr Gagentechnisch so wert sein könntet. Ob Ihr auch nur für reine Promo auftreten würdet (ist oft bei Festivals so, vor allem wenn sie auch noch unter einem "guten Zweck" veranstaltet werden) und was an Kosten für einen möglichen Gig auf Euch zukommen könnten (s.o.). Aber wie gesagt, ich pflücke Euch das Thema zu gegebener Zeit noch ausführlicher auseinander.

Im Moment will ich eigentlich nur erreichen, dass Ihr schon einmal darüber nachgedacht habt, dass so eine Frage früher oder später einmal zu beantworten sein wird, oder Ihr klare Forderungen in dem Bereich zu stellen habt. Und zwar ohne ähhhs und ahhhs, ohne zu stottern, selbstsicher und voll überzeugt von dem was Ihr da sagt. Denn bedenkt: Der Veranstalter ist natürlich in erster Linie Geschäftsmann und will auch nur seinen Kühlschrank vollkriegen. Merkt er irgendeine Unsicherheit bei den Verhandlungen, so wird er das natürlich für seinen Vorteil nutzen und später steht Ihr auf der Bühne und habt dann dem Veranstalter für den Auftritt Gage bezahlt.

Also. Hinsetzen und Brainstorming in Angriff nehmen.




Soviel jetzt erst mal zu den Grundlagen eines professionellen Bookings.
Ich wünsche Euch viel Spaß bei den Vorbereitungen, stay tuned
Viele Grüße von der BOOMSHOP-Front wünscht Euch bis dahin.........Martin

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